Diesen Film müsst ihr sehen

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Bruder Jakob, schläfst du noch?

Ein Dokumentarfilm, der berührt und bewegt.

Schon lange hat mich kein Film so sehr berührt wie „Bruder Jakob, schläfst du noch?“ den ich vor einer Woche  im Grazer Schubertkino gesehen habe.

Vor einem Jahr habe ich David Bohun kennengelernt. Die Couchgespräche waren zu Gast auf dem Kunstmarkt am Rösslhof. David war neugierig auf unser Angebot und so sind wir ins Gespräch gekommen. Er hat erzählt, dass er in Wien lebt und Filme macht. David hat eine einnehmende Ausstrahlung und eine angenehme Ernsthaftigkeit. Ich hatte keine Ahnung, welches Schicksal ihn begleitet, bis ich die Einladung zu diesem Film bekommen habe. Nach dem Lesen erster Filmkritiken war mir klar, der Inhalt ist schwer und traurig. Ich habe erfahren, dass David einer von 5 Brüdern ist. Es leben jedoch nur mehr 4 Brüder, denn Jakob hat sich 2014 das Leben genommen. Der Dokumentarfilm erzählt von der Zeit danach, dem Leben das weitergeht und er erzählt von den Brüdern. Geschwister, die einander lieben, die aber auch ihre Probleme miteinander haben.

Ich habe den Film nicht als so schwer und traurig empfunden, wie ich es mir vorgestellt hatte. Vielmehr als äußerst sensibel, feinfühlig, transparent und lebendig. An manchen Stellen hat sogar ein Quäntchen Humor Platz. David und seine Brüder geben viel preis, aber niemals hatte ich das Gefühl zuviel zu erfahren. Die persönliche Grenze jedes Einzelnen wirkt gewahrt. Eine Balance zwischen Öffentlichkeit und Intimität. Am Anfang hat es kurz gedauert bis ich mich auf die wahre Geschichte einlassen konnte. Meine Erwartungen und vorallem meine Befürchtungen mussten erst freigelassen werden, damit ich mit auf die Reise gehen konnte. Eine Reise die in die Vergangenheit führt, die aber in der Gegenwart stattfindet. Besonders beeindruckt hat mich eine versöhnliche Leichtigkeit, die trotz allem immer wieder zu spüren ist. Keine Verbitterung, keine Vorwürfe und keine Schuldzuweisungen. Das empfinde ich als sehr angenehm. Stattdessen Fragen, Überlegungen und Gefühle. 4 Männer die Gefühle zeigen. Ich merke, dass mich gerade dieser Umstand besonders bewegt. Dabei sollte es doch 2018 selbstverständlich sein, dass auch Männer zu ihrer emotionalen Seite stehen.

Der Film der Brüder Bohun macht für mich ganz klar, wenn ein Mensch für sich beschließt Suizid zu begehen, dann kann man ihn nicht daran hindern. Denn er wird es nicht zulassen. Kein Mensch offenbart sich ganz, wir alle haben verborgene Gedanken und Emotionen, die nur uns gehören. Es muss auch keinen nachvollziehbaren Grund für diese höchstpersönliche Entscheidung geben. Erfolg im Beruf, Liebe, Kinder, eine schöne Kindheit und trotzdem kann das Leben mit Selbstmord enden. Verstehen wir das? Müssen wir es verstehen? Ich denke nicht, unser Verstehen würde nichts ändern. Jakob ist nicht mehr und er wird vermisst. Jakobs Arbeitskollegin begleitet mit ihrer sanften , warmen Stimme durch den Film und erzählt davon, dass Jakob seine Brüder vereinen wollte. Ohne zu wissen, wie ihr Verhältnis davor zueinander war, so habe ich das Gefühl, dass Matthias, Stefan, Johannes und David sich heute auf ganz ehrliche Weise nahe sind. Der Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

Liebe Brüder Bohun vielen Dank für diesen wunderschönen Film, für das Teilhabenlassen an diesem Stück eures Lebens, euren Mut, den Film zu machen und euer Talent, es in dieser Art und Weise zu machen.

 

DOKUMENTARFILM Österreich 2018
PRODUKTION Mischief Films
REGIE Stefan Bohun

 

Lasst uns Freunde sein und folgt uns!

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