2. Weihnachtsmuffel vs Weihnachtsfan – das Ende

2. Weihnachtsmuffel vs Weihnachtsfan – das Ende

Miniweihnachtsgeschichte – Kapitel 2!

Heute kehren wir zu Anja und Herbert zurück. Wie es ihnen wohl ergangen ist? Als wir sie letztens verlassen haben, stand es ja nicht so prickelnd um ihre Liebe.

Anja und Herbert waren nicht zufrieden mit ihrer Situation. Sie fühlten sich nicht mehr wohl miteinander. Da war so viel Spannung und Anstrengung zwischen ihnen. Und jedes Jahr zur Weihnachtszeit wurde es schlimmer.

Herbert, der Weihnachten ja einmal so geliebt hatte, erinnerte sich an die Zeit zurück, als er all den wunderschönen Weihnachtskitsch und die Romantik noch in vollen Zügen genießen konnte. Jetzt hatte er ein schlechtes Gewissen, wenn er die Wohnung weihnachtlich dekorierte. Obwohl er sich, aus Liebe zu Anja, sehr zurückhielt. Es gab also viel weniger Schmuck und nur selten spielte er Weihnachtslieder. Auch Anja plagte ein schlechtes Gewissen. Sie wusste ja, wie sehr Herbert diese Zeit liebte. Sie bemühte sich so gut sie konnte. Sie machte ein freundliches Gesicht, wenn „Last Christmas“ durch die Wohnung schallte und bewunderte die bunten Kugeln, die hier und da in den Blumentöpfen hervorblitzten.

Aber alles war so unendlich verkrampft. Keiner wollte etwas falsch machen. Beide wollten, dass es für den anderen schön war. War es aber nicht. Weder für Anja noch für Herbert.

Wozu also die ganze Anstrengung? Warum wurde das Bemühen vom anderen nicht wertgeschätzt? Warum war der andere so undankbar? War das alles zu wenig? Konnte es sein, dass dieses Weihnachtsdilemma ihre Beziehung zerstörte? Was war denn das für eine Liebe? Was war sie wert?

So gewiss es war, dass Weihnachten jedes Jahr wiederkehren würde, so sicher war es, dass sich etwas ändern musste. Sie mussten etwas unternehmen, denn das „Stillschweigeabkommen“ tat ihnen nicht gut. Es tat ihrer Liebe nicht gut.

Herbert fasste all seinen Mut zusammen und eröffnete mit den Worten: „Anja ich liebe dich, aber irgendwas läuft gerade ziemlich schief. Ich möchte, dass wir herausfinden was es ist, damit wir es ändern können.“ Anja war erleichtert und erschrocken zugleich. Aber auch ihr war klar, dass kein Weg an dieser „Auseinandersetzung“ daran vorbeiführen würde, wenn sie wieder unbeschwert miteinander umgehen wollten. Sie beschlossen sich Zeit für diese Gespräche zu nehmen, denn es war beiden bewusst, dass ihre gemeinsame Zukunft vom Ergebnis abhängen würde. Die kommenden Donnerstagabende waren also dafür fix eingeplant. 

Es brauchte drei Abende bis sie zum Kern der Angelegenheit vorgedrungen waren. Anja brauchte diese Zeit, um Herbert ihr prägendes Erlebnis von Weihnachten zu erzählen.

Anja war ein kleines Mädchen gewesen, als zwei Tage vor Weihnachten ein Anruf aus dem Krankenhaus kam. Kurz darauf hatte Anja erfahren, dass ihre geliebte Oma gestorben war. Sie hatte ganz schnell noch einen Brief ans Christkind geschrieben. Sie wollte alle Geschenke eintauschen und stattdessen ihre Oma wieder haben. Als sie am Weihnachstabend unter dem Christbaum ihre Geschenke gesehen hatte, wusste sie, dass es das Christkind nicht geben konnte. Es hätte ihren Herzenswunsch nämlich ganz sicher erfüllt. Seitdem hasste Anja Weihnachten. Dass dieses Kindheitserlebnis mit Anjas „Weihnachtsunlust“ zu tun hatte, wurde ihr beim Erzählen erst so richtig bewusst. Anja verband Trauer und große Enttäuschung mit Weihnachten. Herbert lauschte gespannt Anjas Worten und ihm war sofort völlig klar, warum Anja Weihnachten nicht ertragen konnte. Es tat ihm unendlich leid, nicht früher davon erfahren zu haben. Und auch Anja tat es leid, sich Herbert nicht anvertraut zu haben. Denn als sie in seine Augen blickte, sah sie Mitgefühl und Verständnis. Die Spannung wich einem Glücksgefühl und einem Gefühl von Nähe und Geborgenheit.

In diesem Jahr hatten sie einander wohl das größte Geschenk gemacht. Sie haben ihr Beziehungsherz gerettet. Nicht nur das, sie haben es unheimlich stark gemacht und sind einander näher gekommen als sie es je waren. Sie haben sowohl einander als auch sich selbst besser kennen gelernt. Anja und Herbert haben nach dieser Erfahrung ein neues Abkommen geschlossen: In Zukunft werden sie wichtige Themen immer besprechen. Sie werden ihre Gedanken, Bedürfnisse, Ängste und Zweifel viel öfter miteinander teilen. Denn sie haben erkannt, dass sie das persönlich stärkt und ihrer Beziehung gut tut.

Stillschweigen und über Probleme hinweggehen geht zwar, macht die Sache aber nicht gut. Auch dann nicht, wenn wir es mit der besten Absicht machen. Denn niemals können wir wissen, was der andere darüber denkt, wenn wir nicht miteinander sprechen. Unsere Annahmen sind niemals mehr als UNSERE ANNAHMEN und ERWARTUNGEN!

Sich selbst mitzuteilen und echt zuzuhören, statt nur hinzuhören ist immer ein guter Weg, um das Beste aus unseren Beziehungen hervorzuholen. Und manchmal braucht es einen Dritten, um diese Gesprächsqualität (wieder) zu bekommen und dann bin ich sehr gerne für euch da.

Termin Streit.Werk.Statt

Ich hoffe, meine kleine Weihnachtsgeschichte hat euch gefallen und motiviert euch für viele gute Gespräche miteinander. Es tut uns allen gut, wenn es mehr Verständnis füreinander gibt.

Alles Liebe

Silke

Er ist tatsächlich da, der Advent 2019! :

Lasst uns Freunde sein und folgt uns!

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